Bereitstellungszinsen

Definition & Erklärung

Bereitstellungszinsen werden immer dann fällig, wenn ein beantragter Kredit nicht sofort in seiner Gänze abgerufen wird, das Geld also unbenutzt bei der Bank liegt. Dies kommt häufig bei Bauprojekten vor.

Im Normalfall gibt es eine bereitstellungszinsfreie Zeit, die je nach Fall variiert. In dieser Zeit steht es Ihnen frei, Ihren Kredit unbenutzt bei der Bank zu parken. Ihnen werden keine Gebühren berechnet.

Läuft die bereitstellungszinsfreie Zeit ab, beträgt der Bereitstellungszins normalerweise um die 3 % pro Jahr, also 0,25 % pro Monat.

Ein scheinbar günstiger Kredit kann durch Bereitstellungszinsen also deutlich teurer werden.

Zudem sind die Zinskosten durch den Bereitstellungszins zum Teil abhängig von Faktoren, die ein Bauherr nicht unbedingt beeinflussen kann, wie Pünktlichkeit oder Arbeitsgeschwindigkeit von Handwerkern.

Ab wann muss ich Bereitstellungszinsen zahlen?

Dies variiert je nach Bank. Manche Banken verlangen schon nach wenigen Monaten die Zahlung der Bereitstellungszinsen, andere gewähren eine bereitstellungszinsfreie Zeit von bis zu zwei Jahren.

Je nach Höhe des Eigenkapitals, welches bei Bauvorhaben zuerst eingesetzt werden muss, kann man die Zahlung von Bereitstellungszinsen also vermeiden.

Wie berechnet die Bank die Bereitstellungszinsen?

Normalerweise werden die Bereitstellungszinsen bei jeder Teilauszahlung neu berechnet. Normalerweise beläuft sich die Zinshöhe auf etwa 3 % pro Jahr.

Verringert sich der Darlehensbetrag, verringern sich also auch die zu zahlenden Zinsen mit jeder Teilauszahlung.

Wie lange muss ich Bereitstellungszinsen zahlen?

Die Bereitstellungszinsen müssen Sie zahlen, solange Sie Ihren Bau mit Ihrem Kredit finanzieren. Daher sollten Sie darauf achten, dass Sie einen Kredit mit einer großzügigen bereitstellungszinsfreien Zeit wählen, da Sie so auf eventuelle Bauverzögerungen reagieren können.

Wie kann ich Bereitstellungszinsen vermeiden?

Die offensichtlichste Methode, um Bereitstellungszinsen zu vermeiden, ist ein reibungsloser Ablauf am Bau.

Weiterhin können Sie bei der Verhandlung Ihres Kredits an einigen Stellen an Schrauben drehen. Versuchen Sie, auf eine lange bereitstellungszinsfreie Zeit zu pochen.

Haben Sie Kredite bei mehreren Banken, dann verwenden Sie, wenn möglich, zuerst den, der die kürzeste bereitstellungszinsfreie Zeit aufweist.

Einige Banken gewähren zudem, dass Sie zuerst das Fremdkapital, nicht das Eigenkapital, verwenden.

Mit Firmen, die an Ihrem Bau beteiligt sind, können Sie vereinbaren, dass diese für durch Verzögerungen entstandene Kosten für Bereitstellungszinsen aufzukommen haben.

Manche Kredite können Sie auch sofort komplett abheben und zahlen dann nur den im Vertrag festgelegten Zins.

Entdecken Sie jetzt unser Immobilien-Magazin
mehr Artikel anzeigen
Noch mehr Immobilienwissen
Bundbalken
Binderbalken
Hängewerk
Gutachter­ausschuss
Grundstückswert
Grundsteuermessbetrag
Grundsteuer
Grundschuld
Grundriss
zum Glossar