Einblasdämmung

Definition & Erklärung

Mithilfe einer Einblasdämmung, auch Hohlraumdämmung genannt, lassen sich schwer erreichbare Stellen oder ältere Gebäude ohne bauliche Veränderungen dämmen. So können Sie die Energieeffizienz Ihres Hauses effizient steigern, damit Ihren Energieverbrauch senken und Kosten sparen.

Gibt es Voraussetzungen für eine Einblasdämmung?

Kurz gesagt: Ja. Sie können eine Einblasdämmung nämlich hauptsächlich dann anbringen, wenn Ihr Haus mit zweischaligem Mauerwerk errichtet wurde.

Ansonsten können Sie die Einblasdämmung nur in Geschoss- und Kellerdecken sowie im Dachstuhl verwenden.

Alternativ können Sie mit Hartfaserplatten oder ähnlichem nachträglich die nötigen Hohlräume schaffen.

Es gibt spezielle, gelochte Platten, die die Einfüllung des Dämmstoffs deutlich vereinfachen. Auch sogenannte Dämmsäcke, die mit dem Dämmstoff befüllt werden können, sind eine Möglichkeit.

Wo kann die Einblasdämmung eingesetzt werden?

Eine Einblasdämmung können Sie in verschiedenen Bereichen Ihres Hauses verwenden:

  • Dachdämmung (Zwischensparrendämmung)
  • Zwischendecken
  • Flachdächer
  • Dachfußboden
  • zweischaliges Mauerwerk
  • Keller

Im Vergleich zu spezialisierten Dämmungsarten wie der Kellerdämmung können Sie die Einblasdämmung im Prinzip im gesamten Haus verwenden.

Die zu befüllenden Zwischenräume sollten lediglich mindestens drei Zentimeter breit sein, da sonst die Dämmwirkung stark nachlässt.

Als Faustregel gilt: Je breiter der zu befüllende Hohlraum ist, desto besser fällt schlussendlich auch die Dämmwirkung aus.

Wie funktioniert die Einblasdämmung bei zweischaligem Mauerwerk?

Zweischaliges Mauerwerk ist primär in solchen Gebäuden häufig zu finden, die bis in die 1990er-Jahre erbaut wurden. Die innere Schale übernimmt dabei eine tragende Rolle, während die äußere Schale sie vor Frost, Wind und Regen schützt.

Falls Sie nicht wissen, ob Ihr Haus mit ein- oder zweischaligem Mauerwerk errichtet wurde, schauen Sie am besten im Bauplan nach.

Dort finden Sie häufig Informationen über die Bauweise. Alternativ können Sie die Wände auch messen oder kleine Probebohrungen durchführen.

Nachdem Sie sichergestellt haben, dass Ihr Haus mit einem zweischaligen Mauerwerk erbaut wurde, sollten Sie einen Experten zu Hilfe rufen, der Ihre Wände auf Schäden wie Risse prüft.

Sie sollten sich erst dann an die Einbringung der Dämmung machen, wenn der Experte Ihr Gebäude als geeignet erachtet.

Die Einbringung der Dämmung ist dann relativ einfach und günstig. In den meisten Fällen werden als Dämmstoff Flocken aus Zellulose oder ein Granulat gewählt.

Die Flocken werden in die Hohlräume des Gebäudes geblasen, während das Granulat ganz einfach hineingeschüttet wird. Dies nennt man dann Schüttdämmung.

Möchten Sie schon bestehende Hohlräume, etwa in einem Altbau, dämmen, sollten Sie mit dem Experten Ihrer Wahl das am besten geeignete Vorgehen festlegen.

Sind schon Zugänge zu den Hohlräumen vorhanden, können diese genutzt werden. Ist dies nicht der Fall, müssen kleine Zugänge gebohrt werden, die nach der Befüllung wieder geschlossen werden.

Unbedingt sollten Sie respektive Ihr Fachmann auf eine gleichmäßige Verteilung des Dämmstoffes im Hohlraum achten, da nur so eine gute Dämmwirkung garantiert werden kann.

Der Dämmstoff wird, im Falle von Zelluloseflocken, mithilfe einer speziellen Einblasmaschine in die Hohlräume eingeblasen. Die Flocken müssen dazu erst einmal aufgelockert werden, da sie nur so ihre volle Wirkung entfalten können.

Kann ich eine Einblasdämmung selbst einbringen?

Theoretisch können Sie Ihre Einblasdämmung selbst in die Hohlräume Ihres Hauses einblasen. Dennoch ist es empfehlenswert, dies einem Profi zu überlassen.

Laien fällt es in aller Regel schwer, die Hohlräume im Haus zuverlässig zu erkennen und anschließend fachgerecht zu befüllen. Dies kann im Ergebnis zu einer deutlich schlechteren Dämmwirkung führen und Ihre erhofften Ersparnisse zunichtemachen.

Zudem bestehen gesetzlich verpflichtende Normen, die eingehalten werden müssen.

Die Kosten für eine professionelle Installation mitsamt dem benötigten Material amortisieren sich meist schon nach etwa drei bis sechs Jahren.

Entscheiden Sie sich dennoch für eine eigenhändige Einblasung Ihrer Einblasdämmung, dann sollten Sie zumindest die Planung von einem Profi durchführen lassen.

Wie viel kostet eine Einblasdämmung?

Sind in Ihrem Gebäude die notwendigen Hohlräume schon vorhanden, ist die Einblasdämmung eines der günstigen Verfahren zur Dämmung Ihres Hauses.

Natürlich hängen die Gesamtkosten aber vom gewählten Dämmmaterial, der Methode zur Einblasung sowie vom generellen Arbeitsaufwand ab.

Je größer Ihr Haus ist, desto höhere Kosten werden schlussendlich auf Sie zukommen. Ein weiterer Faktor ist der Bereich des Hauses, welcher gedämmt werden soll.

Ein Dach ist etwa deutlich aufwändiger zu dämmen als eine schlichte Fassade.

Beim Dach liegen die Kosten in der Regel bei etwa 45 Euro bis 65 Euro pro Quadratmeter, bei Decken sieht es ähnlich aus. Im Rahmen der Dämmung Ihrer Fassaden können Sie mit deutlich geringeren Kosten von etwa 20 Euro bis 30 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Gibt es staatliche Förderungen für Einblasdämmungen?

Ja, Einblasdämmungen werden von staatlicher Seite gefördert. Die KfW bietet günstige Kredite sowie einen einmaligen Zuschuss.

So können Sie etwa den Zuschuss „Energieeffizient Sanieren“ in Anspruch nehmen und sich so 10 % Ihrer Gesamtkosten erstatten lassen.

Wichtig ist, dass Sie den Antrag an die KfW schon vor Beginn der Arbeiten stellen und einen Energieberater hinzuziehen. Dessen Honorar beläuft sich in der Regel auf etwa 200 Euro bis 400 Euro.

Welche Vorteile bietet eine Einblasdämmung?

Der wohl größte Vorteile einer Einblasdämmung ist, dass für sie meist keinerlei bauliche Veränderungen am Gebäude vorgenommen werden, zumindest im Fall eines zweischaligen Mauerwerks. Dies verringert die Gesamtkosten drastisch.

Zudem senkt eine korrekt installierte Einblasdämmung im Vergleich zu einer ungedämmten Wand Ihre Heizkosten enorm und verbessert das Klima in Ihren Wohnräumen.

Wärmebrücken entstehen im Falle einer professionell und fehlerfrei angebrachten Einblasdämmung außerdem kaum.

Eine Einblasdämmung bietet obendrein einen guten Schallschutz, besonders wenn Sie Außenwände und Zwischendecken auf diese Art und Weise dämmen.

Ersteres mindert den Verkehrslärm, während eine fachgerechte Dämmung der Zwischendecken für gedämpfte Schrittgeräusche sorgt.

Sanieren Sie ein schon bestehendes Gebäude, müssen Sie sich keine Sorgen über einen Verlust von Wohnraum oder eine Veränderung der Fassade machen, da im Zuge der Einblasdämmung lediglich ohnehin bestehende Hohlräume ausgefüllt werden.

Einige besonders hochwertige Dämmstoffe (Baustoffklasse A1) erhöhen zusätzlich die Brandsicherheit Ihres Gebäudes, kommen dafür aber auch mit einem höheren Preisschild daher.

Welche Nachteile bringt eine Einblasdämmung mit sich?

Große Nachteile bringt eine Einblasdämmung nur bei einer unprofessionellen Installation mit sich. Dann können Wärmebrücken entstehen, es kann Feuchtigkeit eindringen und den Wachstum von Schimmel begünstigen.

In diesem Fall muss der Dämmstoff ausgetauscht werden, was sehr kostspielig werden kann.

Diese Nachteile bringt aber nicht nur die Einblasdämmung mit sich, sondern auch andere Dämmvarianten.

Sie sollten vor der Planung Ihrer Einblasdämmung geplante Veränderungen am Haus bedenken.

Wollen Sie etwa in naher Zukunft ein Dachfenster oder einen neuen Ausgang installieren, dann sollten Sie diese Arbeiten vor der Installation der Einblasdämmung erledigen.

Hinterher können Sie Wände und Decken nicht mehr öffnen, ohne damit die Dämmwirkung der Einblasdämmung zu beeinträchtigen, da dieser dann Gefahr läuft, herauszurieseln. Alternativ können Sie auch einen Platzhalter anbringen.

Je nach Dämmmaterial kann auch eine Einblasdämmung teuer werden. Dies ist besonders dann der Fall, wenn Sie auf einen natürlich Dämmstoff wie Schafwolle setzen möchten. 

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