Bodenklasse

Definition & Erklärung

Vor der Durchführung eines Bauvorhabens sollten Sie als Bauherr unbedingt ein Bodengutachten durchführen lassen. Ein Faktor, der bei einem Bodengutachten untersucht wird, ist die Bodenklasse. Im Rahmen dieser wird die Beschaffenheit des Bodens analysiert und das Ergebnis dann in die Planung und den Bau des Gebäudes mit einbezogen.

Welche Bodenklassen gibt es?

Es gibt sieben verschiedene Klassen, in die ein Boden eingeordnet werden kann.

Bodenklasse 1: Oberboden oder Mutterboden

Ein verbreitetes Wort für diese Bodenklasse lautet Humus. Diese oberste Schicht des Bodens ist besonders fruchtbar, eignet sich aber nicht zum Bau.

Daher wird diese vor der Errichtung eines Gebäudes abgetragen.

Bodenklasse 2: Schöpfboden

Ein Schöpfboden ist stark wasserhaltig, landläufig kennt man ihn auch als Schlamm. Diese Bodenart ist nicht für den Bau von Gebäuden geeignet.

Bodenklasse 3: Leichter Boden

Leichter Boden (auch leicht lösbarer Boden genannt) besteht aus Kies oder Sand. Damit nach dem Bau nichts verrutscht, muss bei einem solchen Boden unbedingt ein flacher Böschungswinkel eingehalten werden.

Bodenklasse 4: Stichboden oder mittelschwerer Boden

Diese Böden sind meist sehr lehmig, sandig oder voller Schluff. Dies ist für Bauherren optimal, da sich die Bodenklasse 4 ideal für den Bau eignet.

Bodenklasse 5: Hackboden oder schwer lösbarer Boden

Böden dieser Bodenklasse sind sehr zäh und fest. Sie bestehen etwa aus Ton, Schlacke, Steingeröll oder Schutt. Auch diese Bodenklasse eignet sich hervorragend für die Errichtung von Gebäuden.

Bodenklasse 6: leichte Felsböden

Locker gelagertes Gestein zeichnet diese Bodenklasse aus. Dies macht sie etwas bröckelig. Daher ist die Bodenklasse 6 primär für den Bau von Fundamenten geeignet.

Bodenklasse 7: schwere Felsböden

Beim Tiefbau, also zum Beispiel beim Ausheben von Kellern, sorgen schwere Felsböden für hohe Kosten. Dafür bieten sie ein perfektes, stabiles Fundament für jede Art von Gebäude.

Wie werden die Bodenklassen heutzutage angewandt?

Bis 2015 wurden die Bodenklassen nach der DIN 18300 bestimmt. Diese wurde vor allem für die Beurteilung der Eignung eines Geländes für die Gewinnung von Gestein verwendet.

Mit der Einführung der neuen Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen 2015 wurden die alten Bodenklassen abgeschafft.

Heute wird der Boden in sogenannte Homogenbereiche eingeordnet.

Was sind Homogenbereiche?

Homogenbereiche fassen Bodentypen nach ihren Eigenschaften bei einer Bearbeitung zusammen, etwa beim Lösen oder beim Bohren.

Es gibt keine festen Bezeichnungen für die verschiedenen Homogenbereiche, die von der DIN bestimmt werden.

Daher können Gutachter die Bodentypen in beliebig bezeichnete Homogenbereiche einteilen. Häufig sind Bezeichnungen wie A1, A2 und so weiter – so kann zum Beispiel EA1 für Erdarbeiten 1 stehen. 

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