Boardinghouse

Definition & Erklärung

Ein Boardinghouse ist ein komplett möbliertes Apartment, inklusive einer Küchenzeile oder ganzen Küche, das sich in einem gewerblich genutzten Gebäude befindet.

Meist sind Boardinghouses auf längere Aufenthalte ihrer Gäste ausgerichtet, allerdings kann sich dies je nach Konzept des Betreibers unterscheiden.

Boardinghouses bieten im Vergleich zu Hotels weniger Serviceleistungen. So muss etwa ein Reinigungsservice mehrheitlich optional dazu gebucht werden.

Auch weitere Services können in einigen Boardinghouses gegen einen Aufpreis gebucht werden oder werden nur in vereinzelten Boardinghouses angeboten, zum Beispiel eine 24-Stunden-Rezeption oder Lebensmittellieferungen.

Waschmaschinen und Trockner befinden sich größtenteils in gemeinsam genutzten Räumen.

Welche Ausstattung bieten Boardinghouses?

In Boardinghouses beinhaltet die Miete in aller Regel sämtliche Nebenkosten. Auch die Nutzung des WLANs ist meistens in der Miete mit inbegriffen.

Services wie eine Zimmerreinigung oder einen Wäscheservice muss man bei den meisten Anbietern allerdings zusätzlich bezahlen.

Der Gast erhält vom Betreiber eine Rechnung mit dem zu begleichenden Betrag, der in der Regel günstiger ausfällt als etwa in einem Hotel. Zudem gibt es oftmals Rabatte bei längeren Aufenthalten.

Im Gegensatz zu Hotels sollen sich die Gäste in Boardinghouses komplett autonom versorgen können. Daher ist in den Apartments eines Boardinghouses immer eine Küche oder zumindest eine ausreichend ausgestattete Küchenzeile vorhanden.

Die Zimmer sind vorwiegend größer und günstiger als Hotelzimmer, um den Gästen einen angenehmen und preiswerten Aufenthalt zu ermöglichen.

Dies spiegelt sich auch im Detail wider: Beim Design von Boardinghouses wird in der Regel mehr auf ein wohnliches, gemütliches Ambiente geachtet als etwa in Hotelzimmern.

Zudem ist Geschirr, Bettwäsche, Besteck und Ähnliches in aller Regel in ausreichender Stückzahl vorhanden.

Diese Abtrennung von Hotels ist für den Erfolg von Boardinghouses von enormer Bedeutung, da die Kunden sich oftmals ein temporäres Zuhause und eine schlankere Preisstruktur wünschen.

Da im Vergleich zu Hotels weniger bis gar kein Wert auf ein Gastronomieangebot gelegt wird, gehen Boardinghouses vielmals Kooperationen mit umliegenden Restaurants oder lokalen Lieferdiensten ein, die den Gästen dann vergünstigte Preise anbieten.

Wie sieht die Zielgruppe von Boardinghouses aus?

Meist handelt es sich bei Gästen von Boardinghouses um Pendler, Geschäftsreisende aller Art oder Digital Nomads, die sich während ihres Aufenthalts eine gewisse Eigenständigkeit bewahren, sich wie Zuhause fühlen und zudem Geld sparen möchten.

Daher wird von den Gästen mehrheitlich höchstes Augenmerk auf Design und Ausstattung der Apartments gerichtet. Da Boardinghouses ein recht neues Konzept sind, gibt es bisher noch kein einheitliches Bewertungssystem.

Momentan wird von einigen Betreibern versucht, ein Gütesiegel für mehr Transparenz zu etablieren.

Wie unterscheiden sich Boardinghouses von anderen Wohnformen?

Es gibt einige Faktoren, die Boardinghouses von Hotels, Wohnungen oder Ferienwohnungen abgrenzen:

  • Die Räume sind voll möbliert, bieten mindestens eine Küchenzeile und sind in aller Regel größer als in Hotelzimmern.
  • Es werden weniger Services angeboten als in Hotelzimmern.
  • Boardinghouses sind preisgünstiger als Hotelzimmer.
  • Die maximale Länge eines Aufenthalts beträgt sechs Monate.
  • Eine eigene Gestaltung der Wohnräume ist nicht möglich.

Somit kann man Boardinghouses als eine Zwischenform einer Wohnung und eines Beherbergungsbetriebs bezeichnen.

Wie sieht die rechtliche Einordnung von Boardinghouses aus?

Rechtlich befinden sich Boardinghouses bislang noch in einer Grauzone.

Hier wird je nach Einzelfall entschieden, ob das jeweilige Boardinghouse ein Beherbergungsbetrieb ist oder eine sogenannte Wohnnutzung erfolgt.

Dies bietet für Betreiber einige Vorteile: So können einzelne Faktoren wie die eingebundene Gastronomie oder das Serviceniveau so angepasst werden, dass steuerrechtliche Vorteile entstehen, oder dass Boardinghouses sogar in Wohngebieten, Mischgebieten oder Gewerbegebieten genehmigt werden.

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