Crowdinvesting (Immobilien)

Definition & Erklärung

Beim Crowdinvesting investiert eine Personengruppe online in Firmen, Projekte oder eben Immobilien. Das Spektrum reicht von sich noch im Bau befindenden Immobilien über Bestandsimmobilien bis hin zu leeren Grundstücken.

Dies kann für Anleger, die sich größere Investitionen nicht leisten können, lohnenswert sein, da Immobilien generell als stabile und sichere Anlageform gelten. Da momentan (Stand: Mai 2022) die Zinsen sehr niedrig sind, lohnt sich eine Investition in alternative Anlagen noch mehr als ohnehin schon.

Wie funktioniert das Crowdinvesting im Immobilienbereich?

Die Crowdfinanzierung ist deshalb für Anleger mit geringem Eigenkapital interessant, weil sie es erlaubt, auch kleinere Beträge zu investieren.

Der Mindestanlagebetrag beträgt meistens bei 100 Euro bis 500 Euro.

Dies ist ein erheblicher Vorteil gegenüber Immobilienfonds, bei denen die Kosten zum Einstieg oftmals recht hoch sind. Zudem verspricht die Crowdfinanzierung eine schnelle Rendite innerhalb von nur eineinhalb bis vier Jahren.

Das Investitionsobjekt kann dabei auf der Plattform der Wahl des Anlegers begutachtet werden. Hier sollten alle wichtigen Informationen einsehbar sein.

Zu Beginn der Crowdinvesting-Aktion wird die Immobilie von der Plattform vorgestellt und ein Zeitraum festgelegt, in dem ein bestimmter Funding-Betrag erreicht werden soll.

Wird diese Schwelle nicht im vorgegebenen Zeitraum erreicht, wird das Funding in der Regel erst einmal verlängert. Hat es dann immer noch keinen Erfolg, wird entweder weniger investiert oder das Geld geht an die Anleger zurück.

Wird das Ziel hingegen erreicht, dann geht das Geld an einen Treuhandverwalter oder einen Zahlungsdienstleister und wird anschließend an den Projektträger überwiesen.

Im weiteren Verlauf erhalten die Anleger laufend Informationen über den Fortschritt des Projektes.

Wie hoch das eingebrachte Kapital verzinst ist, hängt stark vom Risiko des Investments, der Laufzeit sowie dem Ausschüttungsmodus ab.

Meist erhält man als Anleger einen Festzins, der entweder am Ende der Laufzeit oder jährlich ausgeschüttet wird. Alternativ kann man auch an der Wertentwicklung der Immobilie partizipieren, dann ist der Zins aber deutlich niedriger.

Es gibt viele Objekte, die per Crowdinvesting finanziert werden. Von Wohnimmobilien über Einkaufszentren und Ärztehäuser bis hin zu Schlössern und Villen sind die Möglichkeiten fast grenzenlos.

Als Kleinanleger ist man beim Crowdinvesting etwas eingeschränkt. So darf man laut Gesetz höchstens 10.000 Euro einbringen.

Ab einer Investition von 1.000 Euro muss man einen Nachweis über ein Vermögen von mindestens 100.000 Euro erbringen oder die Investition auf maximal zwei Monatsgehälter (Netto) beschränken.

Was ist der Unterschied zum Crowdfunding?

Im Unterschied zum Crowdfunding zielt das Crowdinvesting nicht etwa auf die Beteiligung an der Entwicklung eines Produktes ab.

Stattdessen will der Anleger beim Crowdinvesting Gewinne erzielen. So kann man sein Kapital etwa in Immobilien oder junge Unternehmen investieren.

Lese-Tipp: Was sind Alternative Investments und wann sind sie sinnvoll?

Wieso ist das Crowdinvesting so interessant?

Heutzutage (Stand: Mai 2022) lohnt es sich kaum noch, sein Geld bei der Bank liegenzulassen. Die Zinsen sind auf einem Tiefstand.

Plattformen, die Crowdinvesting anbieten, bringen die nötige Expertise mit, um Investitionen in Immobilien auch für Amateur-Investoren zu einer relativ sicheren Sache zu machen.

Anlegern mit geringem Eigenkapital eröffnet sich so die Chance, von Investitionen in Immobilien finanziell zu profitieren. Die Renditen sind beim Crowdinvesting in Immobilien oftmals recht hoch, sie liegen bei teilweise bis zu 8 %.

Das Crowdinvesting ist eine rasant wachsende Sparte und macht mittlerweile mehr als 30 % des deutschen Crowdinvestment-Markts aus.

In den USA, Großbritannien und Frankreich ist Crowdinvesting schon seit Jahren etabliert. Es ist eine vielversprechende Anlageform auf einem Markt, der für private Investoren immer unzugänglicher wird.

Welche Risiken bringt das Crowdinvesting mit sich?

Wie jede Anlageform bringt auch das Crowdinvesting Risiken mit sich. So kann man mit einem schlechten Investment sein gesamtes eingesetztes Kapital verlieren.

Dies kann etwa dann passieren, wenn der Projektträger oder der Zahlungsdienstleister insolvent geht.

Zudem handelt es sich bei Investitionen im Rahmen von Crowdinvesting meist um Nachrangdarlehen – das heißt, dass zuerst vorrangige Forderungen, etwa von Banken, beglichen werden.

Obwohl der Immobilienmarkt ein vergleichsweise stabiler und sicherer Markt ist, birgt auch er Risiken und ist nicht von Dingen wie Preisverfall oder Schocks ausgenommen. 

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