In Deutschland liegen die Kosten für den Bau eines Hauses mitsamt Grundstück zwischen etwa 360.000 Euro und 420.000 Euro. Der Preis kann mit der Lage und Größe des Grundstücks sowie der Größe, Bauweise und Ausstattung des Hauses stark variieren.
Zu den Baukosten zählen sämtliche Kosten, die man bis zur Fertigstellung eines Bauwerks in dieses investiert.
Dazu gehören unter anderem Kosten für:
Zusätzliche An- und Ausbauten bringen zusätzliche Kosten mit sich.
So kann man beim Bau eines Kellers, Dachbodens oder Wintergartens mit zusätzlichen Baukosten rechnen.
Die anfangs genannten Baukosten von 360.000 Euro bis 420.000 Euro beziehen sich auf ein Wohnhaus mit einer Fläche von 150 Quadratmetern, errichtet auf einem 800 Quadratmeter großen Grundstück.
Der Preis des Grundstücks macht dabei in der Regel weniger als die Hälfte des Gesamtpreises aus.
Im Durchschnitt machen die Kosten für das Grundstück zwar weniger als die Hälfte der Gesamtkosten beim Hausbau aus, trotzdem ist dieser Faktor aber nicht zu vernachlässigen.
Zudem wird der Grundstückserwerb auch von sogenannten Erwerbsnebenkosten begleitet.
So beträgt die Grunderwerbsteuer je nach Bundesland 3,5 % bis 6,5 % der Kosten für das Grundstück selbst.
Der notwendige Eintrag ins Grundbuch schlägt mit etwa 0,5 % des Kaufpreises zu Buche. Der Notar greift etwa 1,5 % des Kaufpreises ab, während sich ein Makler circa zwischen 3 % und 7 % herausnimmt.
Der im Beispiel verwendete Durchschnittspreis für einen Quadratmeter beträgt circa 203 Euro. Dieser Preis ist ein bundesweiter Durchschnitt.
Kauft man also ein begehrtes Grundstück in einem Ballungsraum wie München oder Berlin, muss man mit weit höheren Quadratmeterpreisen rechnen.
In München ist der Quadratmeterpreis mit 2.800 Euro etwa vierzehnmal so hoch wie im Bundesdurchschnitt, in Frankfurt am Main mit 1.150 Euro immerhin fast sechsmal. Auf dem Land sind Grundstücke oftmals deutlich erschwinglicher.
Kauft man Haus und Grundstück getrennt, spart man sich einen Teil der Grunderwerbsteuer, da diese dann nur auf das Grundstück, nicht aber auf den Preis des Hauses erhoben wird.
Dafür müssen Sie zwei unterschiedliche Kaufverträge vorlegen können, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschrieben wurden sowie von verschiedenen Unternehmen oder Verkäufern stammen.
Der Rohbau ist auf den Quadratmeter bezogen deutlich teurer als das Grundstück selbst. Etwa 600 bis 900 Euro pro Quadratmeter sollten hier eingeplant werden.
Zu den Kosten für den Rohbau zählen etwa das Fundament, der Abwasseranschluss, die Wände, Zwischendecken, Fassaden und Treppen, der Dachstuhl, der Schornstein und weiteres.
Auch der Innenausbau ist nicht billig. Zwischen 400 und 1.000 Euro muss man hier je Quadratmeter investieren. Natürlich variieren diese Kosten erheblich, je nachdem, welche Materialien verwendet werden.
Faktoren, die hier zu Buche schlagen, sind:
Mit der Anschaffung all dieser Objekte ist es natürlich nicht getan.
Hat man selbst keine Erfahrung, muss man für die meisten dieser Dinge die Arbeitskosten von Handwerkern einplanen.
Die Baunebenkosten machen in aller Regel etwa zwischen 7 % und 10 % der gesamten Baukosten aus.
Muss das Grundstück extra erschlossen werden, kommen hohe Kosten auf den Bauherren zu. So muss man bei der Erschließung für Strom und Wasser mit 9.000 Euro bis 16.000 Euro rechnen.
Vertraut man für die Planung seines Traumhauses auf die Dienste eines Architekten, so steigen die Gesamtkosten noch einmal um etwa 30.000 Euro bis 40.000 Euro.
Zum Außenausbau zählen Dinge wie:
Will man außerdem Extras wie einen Teich oder schöne Hecken und Bäume, dann steigen die Kosten noch weiter.
Ein Wintergarten kostet etwa 5.000 Euro bis 35.000 Euro, ein Keller etwa 35.000 Euro bis 75.000 Euro und ein Dachboden circa 15.000 Euro bis 55.000 Euro.
Die meisten Menschen müssen für den Bau eines Eigenheims einen Kredit bei einer Bank aufnehmen. Dieser bringt selbstverständlich Zinskosten mit sich.
Der Baukreditzins beläuft sich meistens auf etwa 1 % bis 2 % und hängen von der Restschuld ab.
Ruft man seinen Kredit nicht sofort nach Bereitstellung ab, kann es zudem vorkommen, dass man einen sogenannten Bereitstellungszins zahlen muss.
In den meisten Fällen gewährt die Bank dem Bauherren jedoch zwölf Monate Spielraum.
Die hier genannten Versicherungen sind zwar keine Pflicht, aber sinnvoll.
Sie kosten durchschnittlich etwa insgesamt 250 Euro bis 550 Euro.
Die Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt den Bauherren, falls sich auf dessen Grundstück eine dritte Person verletzen sollte.
Dabei kann es sich etwa um Personen handeln, die sich unbefugt Zutritt verschaffen, oder aber um einen Bekannten, der gemeinsam mit dem Bauherren die Baustelle besichtigt.
Die Bauleistungsversicherung schützt den Bauherren vor äußeren Einflüssen wie Unwettern, Vandalismus oder Schäden, die von Handwerkern verursacht werden. Zudem kann man einem Siedlerbund oder Bauherrenschutzbund gegen eine Beitrittszahlung oder eine geringe monatliche Gebühr beitreten.
Diese helfen einem bei der Überprüfung von Verträgen, bei Begutachtungen des Baufortschritts oder bei der Durchsetzung von Gewährleistungsansprüchen.
Bauen muss nicht unbedingt kostenintensiv sein. Die Preise von Bauunternehmen unterscheiden sich zum Teil erheblich.
Eine eingehende Recherche oder persönliche Empfehlungen können hier sehr hilfreich sein und viel Geld sparen. Auch die Entscheidung ein Fertighaus statt einem Architektenhaus kann erheblich viel günstiger sein.
An vielen Stellen kann zudem auf unnötigen Luxus verzichtet werden. Ausgefallene Erker oder gekünstelte Winkel treiben die Baukosten schnell in die Höhe und sind dazu noch unpraktisch.
Eine gute Planung, etwa von übereinander liegenden Bädern, kann beispielsweise durch kürzere Leitungen eine große Ersparnis bringen.
Außerdem kann mit ausreichend Erfahrung viel selbst erledigt werden.
Viele Arbeiten im Rahmen des Innenausbaus, wie Tapezierarbeiten, können selbst Laien zufriedenstellend ausführen.
Mit etwas mehr Erfahrung oder helfenden Freunden können auch Dinge wie Fliesenlegen selbst geschafft werden.
Dabei sollte jedoch immer auf eine saubere Durchführung und auf höchste Sicherheit geachtet werden, um späteren Problemen oder gar Arbeitsunfällen vorzubeugen.
Der Bau eines Hauses ist ein großes und teures Projekt, das nicht unterschätzt werden sollte und schon einige Menschen in den Ruin getrieben hat.
Mit ein paar Kniffen hier und ein paar Tricks da, kann man die Kosten aber in Grenzen halten.
Grundsätzlich wird dennoch ein Eigenkapital von 10 % bis 15 % des Gesamtpreises empfohlen. Um unerwartete Kosten auffangen zu können, sollte man zudem einen fünfstelligen Betrag auf der hohen Kante haben.
Ist dies alles gegeben, dann steht dem Bauvorhaben nichts mehr im Wege.